Der materielle Aspekt des Menschen:

Man sollte zunächst verstehen, daß jede Materie einer Vorstellung des Geistes entspringt. So ist auch der Körper das materielle Abbild eines Geistes - einer geistigen Vorstellung. Dieser Körper hat nun Sinnesorgane, mit denen er die Umwelt (materielle Welt) wahr nimmt. (Wahr nehmen von für WAHR halten). Je weiter entwickelt das Lebewesen, um so größer ist die Wahrnehmungsfähigkeit. Durch diese Wahrnehmung über die Sinne entsteht dem Menschen eine Vorstellung von einem persönlichen ICH. Von nun an denkt der Mensch: ICH bin Hans Müller oder Grete Mayer, und Du bist ein ANDERER. ICH habe mit DIR nichts zu tun.
Es ist ersichtlich, daß ein Kleinkind noch keine persönliche ICHvorstellung hat, sondern nur in und aus seinem wahren Selbst heraus lebt und handelt. Die Ichvorstellung entsteht nicht nur durch die Sinneswahrnehmung, sondern auch durch die Erziehung - indem man dem Kind beibringt: Das ist für DICH, das ist für MICH. So macht und erzeugt man in der Vorstellung des Kindes UNTERSCHIEDE, die vorher garnicht da waren. Ein Kind spielt mit Legosteinen, aber hält diese noch nicht für sein Eigentum. Ein Kind teilt noch, oder gibt auch gerne her. Es sei denn, es wurde schon zum Besitztum erzogen. Leider in der heutigen zeit viel zu früh.

Es ist geradezu erschreckend, wie früh (jung) die Kinder in der heutigen Zeit schon auf das ICH getrimmt werden - daß sie schon im Kindergarten aus dem Kindhaften Seinzustand heraus fallen, und "lernen müssen" sICH durchzusetzen, schon STOLZ zu sein auf dessigner Kleidung. Ohne diese falsche Erziehung, hat ein Kind mit 3 Jahren noch keinen Stolz, und kein Besitzbedürfnis.
Dieser Kampf des sICH durchsetzen müssens fängt in der heutigen Zeit für die Kinder viel zu früh an. Dieser Kampf des sICH durchsetzens geht in der Schule weiter. Hier wächst auch schon der EIGENNUTZ - im Sinne von - ICH habe mehr wie Du, ICH habe schönere Kleider - ICH bin schöner - was Du hast, will ICH auch haben - ICH will mehr haben als Du, usw. Dieser Kampf für sICH setzt sich fort und steigert sich wenn die Unterstützung des Elternhauses nachläßt oder aus bleibt. Die Kinder werden erwachsen, und müssen sich im Beruf durchsetzen - ihren Lebensunterhalt bestreiten. Durch diese ICH BIN Vorstellung beim Kinde, wird eine ICH WILL Vorstellung beim Erwachsenen (heute schon bei der Jugend). Der Erwachsene schafft sich aus Sicherheitsbedürfnis für sICH einen Besitz. Er denkt nur noch an sICH, nur noch zu seinem Vorteil, nur noch zum Eigennutz, und bei so manchem wächst die Gier ins unermessliche.

Durch schlechte Lebenserfahrungen, durch Mißerfolge und Verluste, entsteht die Angst. Dadurch, daß der Eine für besser oder wertvoller gehalten wird als der Andere, daß der Eine mehr besitzt als der Andere, daß der Eine geachteter ist als der Andere - also dadurch, daß das Eine Selbst sICH mit dem anderen Selbst mißt - entsteht Neid, Eifersucht, Wut und Haß.

Für den, der dieses erkennt und versteht, ist leicht zu erkennen, daß alles Übel dieser Welt den Ursprung in der persönlichen ICH Vorstellung hat, und dem aus der persönlichen Ichvorstellung entstehenden EIGENNUTZ und EGOISMUS entspringt.

Der materielle Körper als solches ist natürlich nicht existenzfähig (tote Materie). Zur "FUNKTION" des Menschen gehört noch ein Geist, in dem überhaupt etwas wahrgenommen werden kann, und ein Selbst, das diesen Körper belebt.

©Demetrius Degen


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