Angst: Entstehen und Ueberwinden.

Die Ursache von JEDER Angst ist entweder eine ZU-neigung oder eine AB-neigung. Eine Zuneigung ist das, was Du BEGEHRST und eine Abneigung ist das, was Du VERMEIDEN willst. In Wirklichkeit gehören Beide zusammen. Denn wo eine Zuneigung ist, da ist auch eine Abneigung oder umgekehrt. Habe ich Abneigung gegen Krankheit, so habe ich gleichzeitig Zuneigung zur Gesundheit. Habe ich Zuneigung zum Leben, habe ich gleichzeitig Abneigung zum Tode.
Ein KIND hat weder Zuneigung noch Abneigung (so lange es durch die Erziehung noch nicht darauf getrimmt wurde). Somit kennt ein Kind auch noch KEINE ANGST. Zuneigung und Abneigung entstehen erst durch Sinneswahrnehmung - wenn das Kind, oder der Jugendliche über die Sinne mit der Außenwelt konfrontiert wird. Zunächst natürlich durch die Erziehung, und später durch EIGENE Lebenserfahrung - also Umfeld EINFLÜSSE (Kindergarten, Schule und heute leider all zu früh und zu oft die Medien). Leider werden all zu früh schon NORMEN gesetzt, die zu erreichen sind, und wer sie nicht erreicht, der taugt nichts.

Angst ist also nur ein Ergebnis auf ein Begehren, das in Frage gestellt wird. Entweder in Frage gestellt durch vermeintlich eigenes "Versagen" (das Selbst nicht erreichen können - ob nun durch mangelnde Fähigkeit, mangelndes Selbstvertrauen, oder mangelndes Geld), oder in Frage gestellt durch einen Anderen (Lehrer, Prüfer, Gegner), der dieses oder jenes gefährden, verhindern, mir abnehmen, mir antun könnte.

In ALLEN Fällen ist das EIGENE BEGEHREN die URSACHE der ANGST.

Das fängt bei einfachen Prüfungsängsten an, geht über die Angst Freunde, Ehepartner oder Ehre und Anerkennung zu verlieren, und endet bei der Existenzangst - Lebensangst und Todesangst.
Wir leben in einer Gesellschaft, die sehr viele - zu erreichende - NORMEN setzt. Sei es in beruflicher Leistung, sei es vom Aussehen oder Besitz. Unsere Gesellschaft wird durch die Medien GIERIG gemacht. Da aber Begehren die Ursache von Angst ist, müssen wir uns nicht wundern, daß immer mehr Menschen und sogar auch immer mehr Jugendliche in ANGST leben.
Angst wirkt sich im Körperlichen als Bluthochdruck aus, bis hin zum Herzinfarkt. Denn die meisten Menschen leben kontinuierlich in Angst und UNTERDRÜCKEN diese. Geschickter Weise hat man dann den Ausdruck Angst verschleiert, und durch den Begriff STRESS ersetzt. Doch Stress ist nichts Anderes als unterdrückte Angst. Denn viel Arbeit ist kein Stress. Aber wenn ich Angst habe, diese Arbeit in dieser Zeit nicht zu schaffen, dann habe ich Stress. Arbeit ist NICHT stressig! Sie wird erst zum Stress gemacht, wenn die ANFORDERUNGEN immer höher gesteckt werden. Da die meisten Menschen an ihrem Arbeitsplatz HÄNGEN - im geistigen Sinne an den Arbeitsplatz GEBUNDEN sind - und sICH (also die eigene Existenz oder zumindest einen gewissen Lebensstandart) davon Abhängig machen, will natürlich keiner seinen Arbeitsplatz verlieren. Somit ist der Arbeitsplatz das BEGEHRTE Objekt, und die geforderte Arbeitsleistung, die vermeintlich oder tatsächlich "nicht" erbracht werden kann ist die DROHUNG, das Begehrte zu verlieren.

Die Masse der Menschen hat nun gelernt mit dieser Angst zu leben, bzw. zu unterdrücken. So leiden diese Menschen unter STÄNDIGEM inneren (seelischen) Druck, was folgerichtig den bekannten Bluthochdruck erzeugt.
Auch hier ist zu sagen: Die Menschen werden durch Wirtschaft und Politik unter DRUCK gesetzt, und hinterher wundert sich Wirtschaft und Politik, warum so viele Menschen so krank werden!?

Der eigentlich EINZIGSTE Weg die Angst abzubauen, ist sein Begehren zu mindern. Denn durch dieses Begehren gerate ich in geistige ABHÄNGIGKEIT. Ich mache mich SELBST (mein Selbst) abhängig von Designer Klamotten vom Handy - so fängt es schon in der Jugend an. Dann mache ich mein Selbst abhängig von Freunden, Ich mache mICH abhängig vom Verdienst, vom Beruf, vom Arbeitsplatz, vom Auto, vom Haus, usw. - und wenn es noch weiter geht, mache ich mICH abhängig von Ruhm, und Ehre, von Macht und Einfluß. All diese sind durch Ihr BEGEHREN in ABHÄNGIGKEIT geraten, und darum ZITTERN sie, darum haben sie ANGST dieses - wonach Ihr Begehren steht, und wovon sie abhängig sind - zu verlieren.

Jeder, der Angst hat, sollte sich im Geiste ÜBERPRÜFEN, wonach sein Begehren steht, und wie sehr er sich von diesem oder jenem in Abhängigkeit gebracht hat. Wer frei von Begehren ist, ist frei von Abhängigkeit. Wer frei von geistiger Abhängigkeit ist, der zittert nicht, und der ist auch FREI VON ANGST.

Alles Andere, was von Motivationstrainern, Lebensberatern oder Psychologen empfohlen wird und nur die Selbstüberzeugung steigert (ICH schaffe das), ist nur ein Ausreißen der Blätter an der Oberfläche oder ein Übertünchen von Flecken an der Wand, aber KEINE BESEITIGUNG von der URSACHE des Übels.
Wenn die Wurzel der Pflanze, oder der Fleck an der Wand nicht beseitigt wird, wachsen mit der Zeit die Blätter wieder nach, oder der Fleck an der Wand kommt wieder zum Vorschein.

Die Menschen werden wieder lernen müssen , Genügen am Genügenden zu haben. Der Mensch braucht viel WENIGER als uns vorgemat wird. Dann sind sie auch wieder glücklich und angstfrei.

Was nun diese allgemeinen "Prüfungsängste" betrifft, so ist eben das Begehren diese Prüfung zu schaffen die Ursache der Angst. Doch kann diese Art von Angst leichter durch eine SELBSTÜBERZEUGUNG überwunden werden. Denn habe ich einen Notendurchschnitt von 2 so brauche ich mir keine Sorgen vor der Prüfung zu machen, weil ich eben die ÜBERZEUGUNG in mir trage, diese Prüfung mit Leichtigkeit zu schaffen. Habe ich dagegen einen Notendurchschnitt von 4, so sieht diese Sache schon anders aus. Ich mache mir Sorgen oder habe Angst vor der Prüfung, weil ich eben NICHT überzeugt bin, diese Prüfung leicht zu schaffen. Ersichtlich ist, daß also eine SELBSTSICHERHEIT die "Prüfungsangst" besiegen kann. Eine gewisse Steigerung der Selbstsicherheit ist natürlich zu trainieren. Wir sehen das ja deutlich beim Sport, daß Fußballspieler oder Tennisspieler usw. ihre Mentaltrainer haben. Doch wie oben erwähnt, hilft dieses nur eine gewisse Zeit, und diese SELBSTSUGGESTION (ich schaffe das), muß kontinuierlich erneuert werden. Doch mit Mentaltraining ist nicht alles zu erreichen. Denn wenn 2 Tennisspieler auf den Platz gehen, MUSS einer verlieren. Egal wie stark er motiviert oder mental trainiert wurde. Hier sind auch die Grenzen des positiven Denkens zu sehen. Wenn einer gewinnen will, muß einer verlieren. Egal wie positiv er denkt. Wenn ich also eine Prüfung, oder im Sport ein Endspiel ERNST nehme, und diese-s bestehen oder gewinnen will, entsteht immer ein Begehren, das bei einer gewissen Unsicherheit in Angst ausartet.

Nur wer keinen gesteigerten Wert auf Gewinn legt, kann furchtlos in ein Endspiel oder in eine Prüfung gehen. Wenn ein Sportler nur um des Sportes willen Tennis spielt, hat er auch vor einem Endspiel keine Angst. Denn er spielt NICHT um etwas zu erreichen, sondern um zu SPIELEN, zum VERGNÜGEN.

Wenn der Mensch so leben kann - das ganze Leben als Spiel und Vergnügen sieht, ist er furchtlos, und frei von jeglicher Angst. Denn nichts im Leben ist wirklich wichtig - nur wir nehmen es wichtig, und manches oder vieles (oft auch sich Selbst) zu wichtig. Wer das erkannt und verwirklicht hat, der hat wieder den geistigen Zustand des Kindes erreicht.
Nur nicht mehr unbewusst wie noch als Kind, sonder voll bewusst.
©Demetrius Degen


Für Menschen die mehr wissen und verstehen wollen, die ihren Geist beherrschen, und ihr Bewusstsein erweitern wollen, für diese sind meine Bücher geschrieben.
Der WEG zur Vollendung wird in diesen Büchern deutlich beschrieben, und wer dann noch Hilfe auf seinem individuellen Weg braucht, erhält diese gerne per E-Mail.


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