Zitate grosser Denker
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Übersicht grosser Denker
49 Philosophen von (1354 v.Chr. bis 1944 n.Chr.)

Zitate von Demetrius Degen


Arthur Schopenhauer

In unserem monogamischen Weltteile heißt heiraten, seine Rechte halbieren und seine Pflichten zu verdoppeln. (VERSCHICKEN)

Es wäre gut, Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte, aber man verwechselt meistens den Ankauf der Bücher mit dem Aneignen ihres Inhalts.

Die Gelehrten sind die, welche in den Büchern gelesen haben; die Denker, die Genies, die Welterleuchter und Förderer des Menschengeschlechts sind aber die, welche unmittelbar im Buche der Welt gelesen haben. (VERSCHICKEN)

Vom Standpunkt der Jugend aus gesehn, ist das Leben eine unendlich lange Zukunft; vom Standpunkt des Alters aus eine sehr kurze Vergangenheit. Man muß alt geworden sein, also lange gelebt haben, um zu erkennen, wie kurz das Leben ist.

Die Freunde nennen sich aufrichtig, die Feinde sind es. (VERSCHICKEN)

Was die Leute gemeiniglich als Schicksal nennen, sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche.

Gewissen Menschen gegenüber kann man seine Intelligenz nur auf eine Art beweisen, nämlich, indem man nicht mehr mit ihnen redet.

Jede Nation spottet über die andere, und alle haben recht.

Jeder Tag ist ein kleines Leben.

Die Wahrheit hat Zeit, denn sie hat ein langes Leben.

Die Zeitungen sind die Sekundenzeiger der Geschichte.

Jeder hält die Grenzen des eigenen Gesichtsfelds für die Grenzen der Welt.

Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen. (VERSCHICKEN)

Das Nomadenleben, welches die unterste Stufe der Zivilisation bezeichnet, findet sich auf der höchsten im allgemein gewordenen Touristenleben wieder ein. Das erste ward von der Not, das zweite von der Langweile herbeigeführt.

Der Arzt sieht den Menschen in seiner ganzen Schwäche, der Advokat in seiner ganzen Schlechtigkeit und der Priester in seiner ganzen Dummheit.

Der Glaube ist wie die Liebe: Er läßt sich nicht erzwingen. Daher ist es ein mißliches Unternehmen, ihn durch Staatsmaßregeln einführen oder befestigen zu wollen.

Der Reichtum gleicht dem Seewasser: Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man. (VERSCHICKEN)

Der Schlaf ist für den ganzen Menschen, was das Aufziehen für die Uhr.

Die größte aller Torheiten ist, seine Gesundheit aufzuopfern, für wen es auch sei, für Erwerb, für Beförderung, für Gelehrsamkeit, Ruhm, geschweige für Wollust und flüchtige Genüsse.

Die Wilden fressen einander, und die Zahmen betrügen einander.

Für das praktische Leben ist das Genie so brauchbar wie ein Sternteleskop im Theater.

Glauben und Wissen verhalten sich wie die zwei Schalen einer Waage: In dem Maße, als eine steigt, sinkt die andere.

Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.

Kant Immanuel

Dem, welcher ein Bein gebrochen hat, kann man dadurch sein Unglück doch erträglicher machen, wenn man ihm zeigt, daß es leicht hätte das Genick treffen können. (VERSCHICKEN)

Die Ärzte glauben, ihrem Patienten sehr viel genützt zu haben, wenn sie seiner Krankheit einen Namen geben. (VERSCHICKEN)

Die sogenannten Religionsstreitigkeiten, welche die Welt so oft erschüttert und mit Blut bespritzt haben, sind nie etwas anderes als Zänkereien um den Kirchenglauben gewesen. (VERSCHICKEN)

Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie.

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (VERSCHICKEN)

Mit dem Alter nimmt Urteilskraft zu und Genie ab.

Wenn die Gerechtigkeit untergeht, so hat es keinen Wert mehr, daß Menschen leben auf Erden. (VERSCHICKEN)

Nietzsche

Das Gift, an dem die schwächere Natur zugrundegeht, ist für den Starken Stärkung, und er nennt es auch nicht Gift. (VERSCHICKEN)

Das Wesentlichste an jeder Erfindung tut der Zufall, aber den meisten Menschen begegnet dieser Zufall nicht.

Die meisten Menschen sind viel zu sehr mit sich beschäftigt, um boshaft zu sein. (VERSCHICKEN)

Eine feine Seele bedrückt es, sich jemandem zum Dank verpflichtet zu wissen, eine grobe, jemandem zu Dank verpflichtet zu sein. (VERSCHICKEN)

Es gibt keinen Teufel und keine Hölle. Deine Seele wird noch schneller tot sein als dein Leib. Fürchte nun nichts mehr!

Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr getan, ihn zu überwinden? (VERSCHICKEN)

Ich liebe den, welcher seine Tugend liebt: denn Tugend ist Wille zum Untergang und ein Pfeil der Sehnsucht.

Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde.

Schreibe mit Blut: und du wirst erfahren, daß Blut Geist ist.

Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (VERSCHICKEN)

Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.

Vivekananda
Alle Zitate aus - Der Tag mit Yoga - E. Haich

Der Mensch schreitet nicht von Irrtum zur Wahrheit, sondern von Wahrheit zu Wahrheit, von einer niedrigeren zu höherer Wahrheit. (VERSCHICKEN)

Alles, was dich körperlich, verstandesmäßig und geistig schwächt, wirkt als Gift. Es ist kein Leben darin, es kann nicht wahr sein. Die Wahrheit wirkt stärkend, die Wahrheit ist Reinheit, die Wahrheit ist wahre Erkenntnis.

Du kannst nicht an Gott glauben, wenn du nicht an dich selbst glaubst.

Ich stehe für die Wahrheit. Die Wahrheit wird sich nie mit Falschheit vermischen. Und wenn auch die ganze Welt gegen mich ist, muß schließlich die Wahrheit siegen.

Bringe Licht, und das Übel verschwindet in einem Augenblick. Baue Deinen Charakter auf, und offenbare deine wahre Natur, die strahlende, die glänzende, die ewig-reine, und erwecke sie in jedem, dem du begegnest.

Ich wünschte, wir alle kämen in einen solchen Zustand, daß wir sogar in den schlechtestens menschlichen Wesen das wahre Selbst im Innern sehen könnten und, anstatt sie zu verdammen, sagen könnten: "Erhebe dich du Strahlender, erhebe dich du Ewigreiner.

Hänge nicht am alten Aberglauben. Sei stets neuen Wahrheiten geöffnet. (VERSCHICKEN)

Freiheit und höchste Liebe müssen vereinigt sein; dann kann keine zur Fessel werden.

Kein Wort der Wahrheit kann je verlohren gehen. Es mag Jahrhunderte unter Unrat verborgen sein, aber früher oder später wird es sich zeigen. Die Wahrheit ist unzerstöhrbar. Die Tugend ist unzerstöhrbar. Die Reinheit ist unzerstöhrbar.

Alles kann für die Wahrheit geopfert werden, aber für nichts kann die Wahrheit geopfert werden! (VERSCHICKEN)

Wahrheit kennt keinen Kompromiß. Lehre Wahrheit und entschuldige nimmer Aberglauben; ziehe niemals Wahrheit auf die Ebene des Zuhörers herab.

Steh auf! Erwache! Was machst du? Wenn der Körper vergeht, soll er in Arbeit vergehen. Das Göttliche in dir und anderen zu erwecken ist das Ziel.

Wenn du glaubst, ein Körper zu sein, bist du vom Weltall getrennt. Wenn du glaubst, ein Geist zu sein, bist du ein Funke des ewigen Feuers, wenn du glaubst, das göttliche Selbst zu sein, bist du alles.

Vollkommenheit braucht nicht erreicht zu werden, denn sie ist schon in uns. Unsterblichkeit und Glückseligkeit brauchen nicht erreicht zu werden, denn wir haben sie schon. Sie sind allzeit in uns gewesen.

Wenn du gebunden bist, wirst du gebunden bleiben. Wenn du auszusprechen wagst, daß du frei bist, bist du im gleichen Augenblick frei.

Jeder Geist ist seinem Wesen und Vermögen nach göttlich! (VERSCHICKEN)

Solange du nicht bereit bist, dich in jeder Minute zu wandeln, kannst du niemals die Wahrheit erkennen. Aber du mußt standhalten und ausharren im Forschen nach Wahrheit. (VERSCHICKEN)

Alles, was du sagst, wird die Wahrheit sein. Du kannst zu einem Menschen sagen: "sei gesegnet!", und er wird gesegnet sein. Wenn ein Mensch krank ist und du ihm sagst: "Sei gesund!" - so wird er gesund sein.

Dienst du der Wahrheit während vielen Jahren, ohne von ihr abzuweichen, werden die Menschen von allem, was du sagst, überzeugt sein. So wirst du den Massen den größten Segen schenken, sie von ihren Fesseln befreien und die ganze Nation erheben.

Bring viel Licht in die Welt! Licht bringt Licht! Licht soll auf jeden einzellnen strahlen! Die Aufgabe ist nicht beendet, bis nicht jeder zum Schöpfer gelangt ist. Bringt Licht den Armen, und bringt noch mehr Licht den Reichen, denn sie brauchen es mehr.

Du kannst sicher sein, daß du eine himmlichse Kraft erlangen wirst, wenn du der Wahrheit dienst und jeder Versuchung, sie aufzugeben, wiederstehst. Die Menschen werden es nicht wagen, in deiner Gegenwart Dinge zu sagen, die du nicht als Wahrheit anerkennst.

Yesudian
Alle Zitate aus - Der Tag mit Yoga - E. Haich

Vergiß nie, daß der Geist in dir der König ist. Du bist Geist, also verhalte dich wie ein König. (VERSCHICKEN)

Mache dir zu eigen alle Erfahrungen, die das Leben dir bietet. Ohne eigene Erfahrungen wirst du die Wahrheit nicht erkennen. (VERSCHICKEN)

Je mehr Du den Körper beherrschst, desto bewußter wirst du in deinem Selbst. (VERSCHICKEN)

Das erhabene Ideal des Allmächtigen, das wir vor Augen haben,beweist, daß wir dieselbe Erhabenheit in uns tragen. Wir werden sie eines Tages verwirklichen.

Die Sonne bestrahlt nicht nur die Berggipfel, sondern auch das Tal. Ebenso leuchtet im Leben der geistige Mensch, sein Auge sieht alles, von Gott bis herunter zur Kreatur. (VERSCHICKEN)

Wenn die Wahrheit auf deiner Seite ist, bleibt kein Platz mehr für Furcht.

Eine einfache Wahrheit zu ertragen erfordert oft Riesenkräfte, denn Wahrheit wiegt mehr als irgend etwas in dieser Welt.

Die wahre Natur des Menschen ist Vollkommenheit, deren bewußter Ausdruck ist vollkommene Gesundheit von Geist und Körper. Dieses ist Glückseligkeit.

Ich muß das Höchste offenbahren! Mit weniger kann ich nicht zufrieden sein. (VERSCHICKEN)

Gold bleibt Gold, ob es in den Graben fällt, oder auf dem heiligsten Altar niedergelegt wird. Stets bleibt es unverändert. So ist auch der Mensch, in welchem der Geist, wie die Sonne am Mittag, wach ist. Nichts in dieser Welt kann ihn beflecken, auch wenn

Bei jedem Schritt sei schöpferisch und wachse! Der Tod ist die Schöpfung eines sterbenden Gemüts. Das Leben ist die Schöpfung eines lebenden Gemüts.

Ramakrishna
Alle Zitate aus - Der Tag mit Yoga - E. Haich

Es gibt keine bösen, nur unwissende Menschen! In der Gegenwart eines wahren Menschen fällt die Maske des Falschen herunter. Ramakrishna

Wenn wir den Geist nach innen wenden, erlangen wir Unterscheidungsvermögen. Durch Unterscheidungsvermögen finden wir zur Wahrheit.

Bist Du in der Wahrheit fest verankert, so wirst du selbst im Traum nie die Unwahrheit sagen. Du wirst in Gedanken, Wort und Tat, wahrhaftig sein.

Johan Wolfgang von Goethe

Die Musik aber, so wenig als irgendeine Kunst, vermag auf Moralität zu wirken, und immer ist es falsch, wenn man solche Leistungen von ihnen verlangt.

Da man immer Zeit genug hat, wenn man sie gut anwenden will, so gelang mir manchmal das Doppelte und Dreifache.

In meines Vaters Hause, sage ich mir, sind viele Appartementer, und der dunkle Keller unten gehört so gut zum Palast als der Altan auf dem Dache.

Manchmal komme ich mir vor wie eine magische Auster, über die seltsame Wellen weggehen. Wenn dir‘s im Kopf und Herzen schwirrt, Was willst du Bess‘res haben!

Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, Der lasse sich begraben. (VERSCHICKEN)

Als Knabe verschlossen und trutzig, als Jüngling anmaßlich und stutzig, Als Mann zu Taten willig, Als Greis leichtsinnig und grillig! - Auf deinem Grabstein wird man lesen: Das ist fürwahr ein Mensch gewesen. (VERSCHICKEN)

Die Hindus der Wüste geloben, keine Fische zu essen.

Wenn die Affen es dahin bringen könnten, Langeweile zu haben, so könnten sie Menschen werden. (VERSCHICKEN)

Man reist ja nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen.

Goethe war so entfernt von aller Ostentation, daß er im Gegenteil zu wenig auf seine Sachen gab und sie ihn nach einiger Zeit schon nicht mehr interessierten, ja ihm sogar aus dem Gedächtnis kamen und er, zufällig sie wiederlesend, verwundert war, daß er imstande gewesen, so etwas schreiben zu können.
Denn es waren nach seinem Vergleich ebenso viele Häutungen seines Wesens, abgelegte Schlangenhäute, »Stücke seiner ehemaligen Garderobe- (nach mündlicher Äußerung), und insofern ihm mehr von historischen Interesse als von lebendig gegenwärtigem. Denn ihm ward, was nur wenigen zuteil wird: sich selbst schon historisch anzusehen.

Man meint immer, man müsse alt werden, um gescheit zu sein; im Grunde aber hat man bei zunehmenden Jahren zu tun, sich so klug zu erhalten, als man gewesen ist.

Der Mensch wird in seinen verschiedenen Lebensstufen wohl ein anderer, aber ich kann nicht sagen, daß er ein besserer werde, und er kann in gewissen Dingen so gut in seinem zwanzigsten Jahre recht haben, als in seinem sechzigsten.

Man sieht freilich die Welt anders in der Ebne, anders auf den Höhen des Vorgebirgs, und anders auf den Gletschern des Urgebirgs. (VERSCHICKEN)

Man sieht auf dem einen Standpunkt ein Stück Welt mehr als auf dem andern; aber das ist auch alles, und man kann nicht sagen, daß man auf dem einen mehr recht hätte, als auf dem andern.
Wenn daher ein Schriftsteller aus verschiedenen Stufen seines Lebens Denkmale zurückläßt, so kommt es vorzüglich darauf an, daß er ein angebotenes Fundament und Wohlwollen besitze, daß er auf jeder Stufe rein gesehen und empfunden, und daß er ohne Nebenzwecke grade und treu gesagt habe, wie er gedacht.
Dann wird sein Geschriebenes, wenn es auf der Stufe recht war, wo es gestanden, auch ferner recht bleiben, der Autor mag sich auch später entwickeln und verändern, wie er wolle.

Der Mensch hat verschiedene Stufen, die er durchlaufen muß, und jede Stufe führt ihre besonderen Tugenden und Fehler mit sich, die in der Epoche, wo sie kommen, durchaus als naturgemäß zu betrachten und gewissermaßen recht sind.
Auf der folgenden Stufe ist er wieder ein anderer, von den früheren Tugenden und Fehlern ist keine Spur mehr, aber andere Arten und Unarten sind an deren Stelle getreten. Und so geht es fort, bis zu der letzten Verwandlung, von der wir noch nicht wissen, wie wir sein werden

Nichts vom Vergänglichen, Wie‘s auch geschah! Uns zu verewigen, Sind wir ja da. Lange leben heißt gar vieles überleben, geliebte, gehaßte, gleichgültige Menschen, Königreiche, Hauptstädte, ja Wälder und Bäume, die wir jugendlich gesät und gepflanzt. Wir überleben uns selbst und erkennen durchaus noch dankbar, wenn uns auch nur einige Gaben Leibes und Geistes übrig bleiben.

Alles dieses Vorübergehende lassen wir uns gefallen; bleibt uns nur das Ewige jeden Augenblick gegenwärtig, so leiden wir nicht an der vergänglichen Zeit.

Man muß oft etwas Tolles unternehmen, um nur wieder eine Zeitlang leben zu können. In meiner Jugend habe ich es nicht besser gemacht, und doch bin ich noch ziemlich mit heiler Haut davongekommen.

Unsere Zustände schreiben wir bald Gott, bald dem Teufel zu und fehlen ein- wie das anderemal: in uns selbst liegt das Rätsel, da wir Ausgeburt zweier Welten sind.

Mit der Farbe gehts ebenso- bald sucht man sie im Lichte, bald draußen im Weltall und kann sie gerade da nicht finden, wo sie zu Hause ist.

Frömmigkeit ist kein Zweck, sondern ein Mittel, um durch die reinste Gemütsruhe zur höchsten Kultur zu gelangen. Deswegen läßt sich bemerken, daß diejenigen, welche Frömmigkeit als Zweck und Ziel aufstecken, meist Heuchler werden.

»Ich glaube einen Gott!« dies ist ein schönes löbliches Wort; aber Gott anerkennen wo und wie er sich offenbare, das ist eigentlich die Seligkeit auf Erden.

Gott, wenn wir hoch stehen, ist alles; stehen wir niedrig, so ist er ein Supplement unserer Armseligkeit.

Wer die Natur als göttliches Organ leugnen will, der leugne nur gleich alle Offenbarung. (VERSCHICKEN)

Ich bedauere die Menschen, welche von der Vergänglichkeit der Dinge viel Wesens machen und sich in Betrachtung irdischer Nichtigkeiten verlieren. Sind wir ja eben deshalb da, um das Vergängliche unvergänglich zu machen; das kann ja nur dadurch geschehen, wenn man beides zu schätzen weiß.

Kunst und Altertum Was wär‘ ein Gott, der nur von außen stieße, Im Kreis das All am Finger laufen ließe! Ihm ziemt‘s, die Welt im Innern zu bewegen, Natur in sich, Sich in Natur zu hegen, So daß, was in Ihm lebt und webt und ist, Nie seine Kraft, nie seinen Geist vermißt.

Im Innern ist ein Universum auch; Daher der Völker löblicher Gebrauch, Daß jeglicher das Beste, was er kennt, Er Gott, ja seinen Gott benennt, Ihm Himmel und Erden übergibt, Ihn fürchtet, und womöglich liebt. Ich habe nichts gegen die Frömmigkeit, Sie ist zugleich Bequemlichkeit; Wer ohne Frömmigkeit will leben, Muß großer Mühe sich ergeben: Auf seine eigne Hand zu wandern, Sich selbst genügen und den andern Und freilich auch dabei vertraun: Gott werde auf ihn niederschaun.

Die Frage, ob einer seine eigne Biographie schreiben dürfe, ist höchst ungeschickt. Ich halte den, der es tut, für den höflichsten aller Menschen.

Ich habe die Erfahrung wieder erneuert, daß ich nur in einer absoluten Einsamkeit arbeiten kann und daß nicht etwa das Gespräch, sondern sogar schon die häusliche Gegenwart geliebter geschätzter Personen meine poetischen Quellen gänzlich ableitet.

So viel Philosophie, als ich bis zu meinem seligen Ende brauche, habe ich noch allenfalls im Vorrat, eigentlich brauche ich gar keine. - Viel ward über die Methode des Zeitgebrauchs gesprochen: Sonst hatte ich einen gewissen Zyklus von fünf oder sieben Tagen, worin ich die Beschäftigungen verteilte; da konnte ich unglaublich viel leisten.

Alles, was auf uns wirkt, ist nur Anregung, und Gott sei Dank! wenn sich nur etwas regt und klingt.

Diese Tage hab ich wieder Linnb gelesen und bin über diesen außerordentlichen Mann erschrocken. Ich habe unendlich viel von ihm gelernt, nur nicht Botanik. Außer Shakespeare und Spinoza wüßt ich nicht, daß irgendein Abgeschiedener eine solche Wirkung auf mich getan.

Wundersam ist es, aber ganz natürlich: die Menschen spekulieren auf unsre letzte Zeit wie auf sibyllinische Blätter, da sie die vorhergehende kalt und freventlich auflodern ließen ... Wozu aber der Aufwand von Tagen und Stunden persönlich gegenwärtiger Wirkung? Ich will doch lieber in meiner stillen und unangefochtenen Wohnung so viel diktieren und kopieren und drucken und liegen lassen, damit es hinausgehe oder hinnen bleibe; damit jeder, wie Du ganz richtig fühlst, verschweigen könne, woher er‘s hat, und denn doch das ganze Menschenwesen ein bißchen aufgestutzt werde.

Man spricht immer von Originalität, allein was will das sagen! Sowie wir geboren werden, fängt die Welt an, auf uns zu wirken, und das geht so fort bis ans Ende. Und Oberhaupt, was können wir denn unser Eigenes nennen, als die Energie, die Kraft, das Wollen!

Wenn ich sagen könnte, was ich alles großen Vorgängern und Mitlebenden schuldig geworden bin, so bliebe nicht viel übrig. ...aber für höhere Komposition, für Haltung, Licht, Schatten, Farben kann ihm die natürliche Anlage fehlen, ohne daß er es gewahr wird. Ist er nun nicht geneigt, von höher ausgebildeten Künstlern der Vor- und Mitzeit das zu lernen, was ihm fehlt, um eigentlicher Künstler zu sein, so wird er im falschen Begriff von bewahrter Originalität hinter sich selbst zurückbleiben, denn nicht allein das, was mit uns geboren ist, sondern auch das, was wir erwerben können, gehört uns an, und wir sind es.

Die Menschen halten sich mit ihren Neigungen ans Lebendige. Die Jugend bildet sich wieder an der Jugend. Alles Vortreffliche beschränkt uns für einen Augenblick, indem wir uns demselben nicht gewachsen fühlen; nur insofern wir es nachher in unsere Kultur aufnehmen, es unsern Geist- und Gemütskräften aneignen, wird es uns lieb und wert.

Wie die Pflanzen zu wachsen belieben, Darin wird jeder Gärtner sich üben; Wo aber des Menschen Wachstum ruht, Dazu jeder selbst das Beste tut. Willst du dir aber das Beste tun, So bleib nicht auf dir selber ruhn, Sondern folg eines Meisters Sinn; Mit ihm zu irren ist dir Gewinn.

Kein Wort steht still, sondern es rückt immer durch den Gebrauch von seinem anfänglichen Platz, eher hinab als hinauf, eher ins Schlechtere als ins Bessere, ins Engere als ins Weitere, und an der Wandelbarkeit des Wortes läßt sich die Wandelbarkeit der Begriffe erkennen. Nicht die Sprache an und für sich ist richtig, tüchtig, zierlich, sondern der Geist ist es, der sich darin verkörpert, und so kommt es nicht auf einen jeden an, ob er seinen Rechnungen, Reden oder Gedichten die wünschenswerten Eigenschaften verleihen will: es ist die Frage, ob ihm die N a t u r hierzu die geistigen und sittlichen Eigenschaften verliehen hat.

Die geistigen: das Vermögen der An- und Durchschauung, die sittlichen: daß er die bösen Dämonen ablehne, die ihn hindern könnten, der Wahrheit die Ehre zu geben. Ich verfluche allen negativen Purismus, daß man ein Wort nicht brauchen soll, in welchem eine andere Sprache vieles oder Zarteres gefaßt hat.

Die Gewalt einer Sprache ist nicht, daß sie das Fremde abweist, sondern daß sie es verschlingt. Man kann niemand lieben, als dessen Gegenwart man sicher ist, wenn man sein bedarf.

Lieben heißt leiden. Man kann sich nur gezwungen (natura) dazu entschließen, das heißt, man muß es nur, man will es nicht.

In der Jugend und in der Liebe macht man die frais (=die Kosten) von allem und hält die Weiber frei in Witz, Geist und Liebenswürdigkeit.

Gegen große Vorzüge eines andern gibt es kein anderes Rettungsmittel als die Liebe.

Zu der Zeit liebt sich‘s am besten, wenn man noch denkt, daß man allein liebt und noch kein Mensch so geliebt hat und lieben werde.

Beide Geschlechter besitzen eine Grausamkeit gegen einander, die sich vielleicht in jedem Individuum zuzeiten regt, ohne gerade ausgelassen werden zu können: bei den Männern die Grausamkeit der Wollust, bei den Weibern die des Undanks, der Unempfindlichkeit, des Quälens und andere mehr.

Der Wolf im Schafspelz ist weniger gefährlich als das Schaf in irgendeinem Pelze, wo man es für mehr als für einen Schöps nimmt Toren und gescheite Leute sind gleich unschädlich.

Nur die Halbnarren und Halbweisen, das sind die gefährlichsten. Ob denn die Glücklichen glauben, daß der Unglückliche wie ein Gladiator mit Anstand vor ihnen umkommen solle, wie der römische Pöbel zu fordern pflegte?

Man beobachtet niemand als die Personen, von denen man leidet. Um unerkannt in der Welt umherzugehen, müßte man nur niemand wehe tun. Man nimmt in der Welt jeden, wofür er sich gibt, aber er muß sich für etwas geben. Man erträgt die Unbeque- men lieber, als man die Unbedeutenden duldet.

Ich habe gar nichts gegen die Menge; Doch kommt sie einmal ins Gedränge, So ruft sie um den Teufel zu bannen, Gewiß die Schelme, die Tyrannen.

Was ich mir gefallen lasse? Zuschlagen muß die Masse, Dann ist sie respektabel; Urteilen gelingt ihr miserabel.

Die Engel stritten für uns Gerechte, Zogen den kürzern in jedem Gefechte; Da stürzte denn alles drüber und drunter, Dem Teufel gehörte der ganze Plunder. Nun ging es an ein Beten und Flehen! Gott ward bewegt, herein zu sehen. Spricht Logos, dem die Sache klar Von Ewigkeit her gewesen war: Sie sollten sich keineswegs genieren, Sich auch einmal als Teufel gerieten, Auf jede Weise den Sieg erringen Und hierauf das Tedeum singen. Das ließen sie sich nicht zweimal sagen, Und siehe die Teufel waren geschlagen. Natürlich fand man hintendrein, Es sei recht hübsch, ein Teufel zu sein.

Das Dämonische ist dasjenige, was durch Verstand und Vernunft nicht aufzulösen ist. In meiner Natur liegt es nicht, aber ich bin ihm unterworfen.

Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen, Die Sonne stand zum Gruße der Planeten, Bis alsobald und fort und fort gediehen Nach dem Gesetz, wonach du angetreten. So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen, So sagten schon Sibyllen, so Propheten; Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.

Sie werden finden, daß im mittleren Leben eines Menschen häufig eine Wendung eintritt und daß, wie ihn in seiner Jugend alles begünstigte und alles ihm glückte, nun mit einem Mal alles ganz anders wird, und ein Unfall und ein Mißgeschick sich auf das andere häuft.

Wissen Sie aber, wie ich es mir denke? - Der Mensch muß wieder ruiniert werden! - jeder außerordentliche Mensch hat eine gewisse Sendung, die er zu vollführen berufen ist. Hat er sie vollbracht, so ist er auf Erden in dieser Gestalt nicht weiter vonnöten, und die Vorsehung verwendet ihn wieder zu etwas anderem. Da aber hier habe ich alle Hoffnung aufgegeben und fürchte, daß sie nach wie vor sich verkennen, mißachten, hindern, verspäten, verfolgen und beschädigen werden.

Niemand muß herein rennen Auch mit den besten Gaben; Sollen‘s die Deutschen mit Dank erkennen, So wollen sie Zeit haben. Die Deutschen sind ein gut Geschlecht! Ein jeder sagt- Will nur, was recht; Recht aber soll vorzüglich heißen, Was ich und meine Gevattern preisen; Das übrige ist ein weitläufig Ding, Das schätz ich lieber gleich gering. Den Deutschen ist nichts daran gelegen, zusammen zu bleiben, aber doch, für sich zu bleiben. jeder, sei er auch wer er wolle, hat so ein eignes F ü r s i c h, das er sich nicht gern möchte nehmen lassen.

Wenn ein deutscher Literator seine Nation vormals beherrschen wollte, so mußte er ihr nur glauben machen, es sei einer da, der sie beherrschen wolle. Da waren sie gleich so verschüchtert, daß sie sich, von wem es auch wäre, gern beherrschen ließen

Samuel Longfellow

Auf jedes Leben muß etwas Regen fallen. Manche Tage müssen dunkel und trübe sein. Es gibt keinen schlimmeren Räuber als die Tugend mit Bewußtheit noch dazu, wenn die Bewußtheit blinzelt. Die blinzelnde Bewußtheit betrachtet sich selbst, aber wer sich selbst betrachtet ist verloren.

Jules Renard

Wirklich frei ist nur derjenige, der eine Einladung zum Essen abzulehnen vermag, ohne erst irgend einen Vorwand suchen zu müssen.

Diogenes

Ein Tropfen Glück ist mehr als ein Faß Geist.

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